Navigation
Inhalt
Freie Kunst, Theater - und die Welt dazwischen (archivierte Seite)
(Meldung vom 03/03/2010)
Silke von Patay stellt ab 14. März in der Temporären Galerie aus
Es wird eine ganz und gar ungewöhnliche Ausstellung und eine Art Opening zu den Festspielen: Die in Hamburg lebende Künstlerin Silke von Patay stellt vom Sonntag, 14. März, an in der Temporären Galerie des Schlosses Neersen unter dem Titel „Freie Kunst, Theater - und die Welt dazwischen" Figuren aus: Satirisch überzeichnete Objekte, die in ihrer Aussagekraft bisweilen an die Ironie mancher Arbeiten des französischen Malers, Bildhauers, Grafikers und Karikaturisten Honore Daumier erinnern, durch ihre durchaus gesellschaftskritischen Ansätze den Betrachter zum Schmunzeln bringen - oder vielleicht eben zum selbsterkennenden Nachdenken.
In Neersen bekannt
Silke von Patay ist in Neersen keine Unbekannte: Bei den Schlossfestspielen Neersen stattete sie im Jahr 2008 das Stück „Mirandolina" aus, 2009 den „Räuber Hotzenplotz" sowie „Arsen und Spitzenhäubchen", in der aktuellen Festspielsaison ist sie unter anderem für die Ausstattung des Reza-Stückes „Der Gott des Gemetzels" zuständig. Die individuelle Ausstrahlung und Qualität ihrer Textilfiguren wurde bereits durch zahlreiche Ausstellungen - unter anderem in Mainz, Husum, Stuttgart, Herxheim und Babelroth - gewürdigt.
Festspielintendantin Astrid Jacob:
„Diese Ausstellung habe ich vorgeschlagen, um dem Publikum den ,anderen Blick' hinter die Kulissen und auf den Künstler zu ermöglichen. Dieser Blick hinter die Kulissen soll Einblicke erweitern, von der Begabung sowie der Vielschichtigkeit der Theatermenschen erzählen - in diesem Fall von Silke von Patay, die eben eine sehr besondere Künstlerbegabung ist."
Kleine Theatergestalten
In der Tat sind Patays Figuren sehr individuell und in ihrer Witzigkeit beinahe auch kleine Theatergestalten (unser Bild): „Die bildende und die darstellende Kunst, zwei Schwestern mit so viel Gemeinsamkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten", so die Hamburgerin:
„In beiden Fällen habe ich Bilder im Kopf. Im Theater werden diese mit Regisseur und Schauspielern weiterentwickelt; zum Leben erweckt - wir gehen einen gemeinsamen Weg. Die Entstehung des lebendigen Bildwerks als gemeinsamer Prozess - mit Kompromissen aber auch anregenden, aufregenden Impulsen. In der bildenden Kunst bin ich allein. Der einzige Dialog, der geführt wird, ist der zwischen meinen Werken und mir - viel stiller als im Theater und doch durchaus nicht immer leise."
Spürbarer Antrieb ihrer Arbeit ist dabei immer eine Liebe zum Menschen mit all seinen Schwächen, Eigenheiten, Eitelkeiten, der unfreiwilligen Komik und dem Umgang mit seinem Nicht-Perfekt-Sein.
Silke von Patay lebt als freischaffende bildende Künstlerin in Hamburg und arbeitet seit 2000 bundesweit an verschiedenen Theatern als Bühnen- und Kostümbildnerin. Während des Kunststudiums an der damaligen „Hochschule der Künste" in Berlin arbeitete sie fünf Jahre am Puppentheater „Hans Wurst Nachfahren".
Die Ausstellung in Neersen wird am 14. März um 11 Uhr eröffnet; zur Einführung spricht Festspiel-Intendantin Astrid Jacob, für den musikalischen Rahmen sorgt das Celloquartett MeDoZ.

Seitenanfang
Anregungen