Schlossfestspiele Neersen

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Schlossfestspiele

Inhalt

Floh im Ohr

rasante Komödie nach Georges Feydeau
Regie: Jan Bodinus

Hund mit Insekt auf der NaseColette Chandebise hat einen "Floh im Ohr", oder anders gesagt: einen üblen Verdacht. Nicht nur schenkt ihr Mann neuerdings ihren Reizen wenig Aufmerksamkeit, nun schickt auch noch ein eindeutig-zweideutiges "Hotel Zum Galanten Pussykätzchen " dessen Hosenträger per Post. Ihr Mann scheint sie zu betrügen! Um der Sache auf den Grund zu gehen, schmiedet sie mit Freundin Lucienne einen Plan. Der Brief einer schönen Unbekannten soll Monsieur Chandebise zu einem Stelldichein in ebenjenes Hotel locken, Colette wird ihn dort auf frischer Tat ertappen. Doch alles kommt ganz anders. Der treue Chandebise schickt seinen Freund Dr. Finache zum heimlichen Rendezvous. Den Brief behält er als Souvenir. Doch leider zeigt er ihn Luciennes Ehemann Carlos, einem heißblütigen und rasend eifersüchtigen Spanier, der die Schrift und das Parfum seiner Frau erkennt und mordlustig zum Hotel stürmt. In besagtem Etablissement wollen sich zeitgleich auch noch das Hausmädchen Antoinette und Camille, der Neffe der Chandebises, heimlich vergnügen. Und zu allem Überfluss sieht der Portier des Hotels Monsieur Chandebise zum Verwechseln ähnlich.

Es dauert nicht lange, und ein irrwitziger Reigen an Verwechslungen, Versteckspielen und pikanten Situationen stürmt los.

Schauspieler Kalle PohlNach 2018 (Charleys Tante) ist es uns wieder gelungen, den großartigen Kalle Pohl für eine wie auf ihn zugeschnittene Doppelrolle zu gewinnen!

 

Der Autor: Georges Feydeau

Georges Feydeau kam am 08. Dezember 1862 als Sohn eines französischen Schriftstellers und seiner polnischen Mutter in Paris zur Welt. Bereits in jungen Jahren weckten die gemeinsamen Theaterbesuche von Vater und Sohn in Georges die Theaterleidenschaft. Nachdem er seinen Vater im Alter von elf Jahren verlor, heiratete seine Mutter drei Jahre später den berühmten Theaterkritiker Henri Fouquier. Und obwohl Feydeau ab diesen Zeitpunkt im Internat lebte, galt seine Leidenschaft weiterhin dem Theater. Er veranstaltete Aufführungen mit der von ihm ins Leben gerufenen Schauspieltruppe, die unter anderem seinen ersten Einakter „Amour et piano“ aufführte.

Nachdem er kurz darauf die Schule verließ und einen einjährigen Militärdienst absolviert hatte, nahm er 1885 eine Stelle als Sekretär im Théâtre de la Renaissance an. Sein alter Freund und Theaterleiter Adolphe Louveau ermöglichte ihm 1886 sein erstes abendfüllendes Stück „Der Damenschneider“ aufzuführen, welches einen überwältigenden Erfolg hatte. Nachdem er vorerst nicht daran anknüpfen konnte und in finanzielle Schwierigkeiten geriet, legte er eine Schaffenspause ein, um die Techniken der wichtigsten Vaudeville-Autoren zu studieren. Einige Jahre später folgten seine Stücke „Monsieur chasse“ und „Champignol malgré“, die ihm Ruhm und Ehre einbrachten und Feydeau zum beliebtesten Vaudeville-Autor im Paris der Jahrhundertwende machte. Ähnlich wie sein Vater geriet Feydeau aufgrund von Spekulationen an der Börse und seiner Spielsucht immer wieder in Geldnot und auch seine privaten Krisen sollen laut Theaterwissenschaftlern einen großen Einfluss auf seine späteren Werke genommen haben.

Nachdem es zur Trennung von seiner Frau Marianne, der Tochter des Porträtmalers Emile Auguste Carolus-Duran, kam, lebte Feydeau die nächsten zehn Jahre in einem Hotel. Seine Produktivität nahm weiter ab, bis er 1916 sein letztes Werk veröffentlichte. Aufgrund einer Syphilis-Erkrankung und daraus folgenden Wahnvorstellungen, sah sich seine Familie dazu gezwungen, ihn in ein Sanatorium einliefern zu lassen, in dem er zwei Jahre später verstarb.

Passend zu seiner Komödie „Floh im Ohr“, die Verdächtigungen und Verwechslungen thematisiert, hielt sich das Gerücht, Georges sei in Wirklichkeit der Sohn des Halbbruders von Napoleon III. und auch weitere Gerüchte um außereheliche Affären seiner Mutter brachen nie ab.

 

Flöhe: das spannungsgeladene kurze Leben der Meisterspringer

SpringflohAuch wenn Flöhe mit ihrer Größe von wenigen Millimetern kaum sichtbar sind, haben sie doch eine bizarre Berühmtheit in den letzten Jahrhunderten erlangt: Sie galten als Überträger des Pestbakteriums während des Mittelalters, konnten den Zirkus erobern, Rekorde im Weitsprung aufstellen und sind Namensgeber für die Flohmärkte. Doch für unsere Haustiere sind sich auch heute noch häufige Quälgeister.

Weltweit gibt es über zweitausend Floharten, dreiundsiebzig davon wurden in Deutschland gezählt. Die Menschenflöhe werden in Mitteleuropa immer seltener, dafür sind die Hunde- und Katzenflöhe im Vormarsch. Ein Floh lebt einen Sommer lang, wenn er nicht vorher ausversehen in den Tod hüpft. In dieser Zeit legt ein Weibchen im Schnitt vierhundert Eier. Aus dem Ei schlüpft eine Larve, daraus eine Puppe und aus der Puppe schlüpft der fertige Floh. Bis zu zwei Wochen kann das dauern, oder auch mal nur acht Tage, je nachdem wie warm es ist. Aus wenigen Flöhen kann so ganz schnell eine Flohplage werden, vor allem wenn es so warm wie in den vergangenen Sommern wird.

Für den Menschen wird es erst problematisch, wenn der Wirt (der Hund oder die Katze) mal nicht da ist. Dann finden die Flöhe keine Nahrung mehr und müssen deshalb auf den Menschen ausweichen. Wenn es genügend sind, kann dann ein Flohzirkus eröffnet werden. Noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts galt er als eine große Attraktion, bei der die Menschenflöhe als Artisten eingesetzt wurden. Dabei wurden am meisten weibliche Tiere eingesetzt, weil sie etwas größer waren und dadurch besser von dem Dompteur und dem Publikum gesehen werden konnten - jedenfalls, wenn man daran glaubte.

Hunde-, Katzen- und Menschenflöhe springen bis zu dreißig Zentimeter weit oder hoch - eine beeindruckende Leistung, wenn man bedenkt, dass sie durchschnittlich nur einen Millimeter groß sind. Der Floh springt also bis zu zweihundertfünfzig Mal so hoch wie er groß ist. Könnte ein Mensch das nachmachen, würde er bis zu vierhundert Meter weit springen. Doch sie springen nur selten, denn sie haben wenig Einfluss auf die Flugbahn und sehen so gut wie nichts. Ihre Augen sind so stark zurück entwickelt, dass sie gerade einmal zwischen hell und dunkel unterscheiden können. Zudem sind sie sehr unbeweglich, denn sie können sich nur nach vorne oder nach einer neunzig Grad Drehung in die andere Richtung bewegen. Rückwärts oder eine elegante Kurve laufen können sie nicht.

 

Premiere
Seniorenvorstellung

 

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